„Wir brauchen ein starkes Handwerk“

Wie wichtig Handwerker sind, weiß wohl jede und jeder aus eigener Erfahrung. Denn wenn die Heizung streikt, der Sturm Ziegel vom Dach geweht hat oder das Auto liegen bleibt, erwarten wir sofortige Hilfe vom Fachmann. Im Kreis Wesel gibt es rund 5.000 handwerkliche Betriebe, in denen 33.000 Menschen arbeiten. „Das Handwerk ist ein bedeutender Faktor für die Wirtschaft am Niederrhein. Wichtige Zukunftsprojekte, wie die Energiewende, können in der praktischen Umsetzung vor Ort nur mit dem Handwerk gestemmt werden. Wenn etwa ein Haus gebaut oder saniert, eine neue Heizung oder eine Photovoltaik-Dachanlage installiert werden, sind es die Handwerksbetriebe aus der Region, die das machen“, erklärt Kerstin Löwenstein, SPD-Landtagskandidatin für Hamminkeln, Hünxe, Schermbeck und Wesel am 15. Mai.

Ein starker Partner an der Seite der Handwerksbetriebe ist die Kreishandwerkerschaft des Kreises Wesel. Als Interessenvertretung des regionalen Handwerks betreut die Kreishandwerkerschaft 1200 Betriebe aus 16 Innungen. Die Kreishandwerkerschaft versteht sich als Dienstleister für ihre Mitglieder und erbringt für diese umfassende Beratungs- und Auskunftsleistungen. Trotz seiner Bedeutung läuft das Handwerk unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung, wie die SPD-Landtagskandidatin Kerstin Löwenstein im Gespräch mit dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft des Kreises Wesel, Holger Benninghoff, erfuhr.

Ein großes Thema für die Betriebe ist z.B. der Mangel an geeigneten Bewerberinnen und Bewerber für die Handwerksberufe. Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine handwerkliche Ausbildung. Sie befürchten geringere Entlohnung und fehlende Wertschätzung. Früh aufstehen, hart arbeiten, wenig verdienen, das ist der Dreiklang, der Handwerksberufen fälschlicherweise immer noch anhaftet. Denn mittlerweile verdiene man in den meisten Handwerksberufen sehr gut und weit über dem Mindestlohn.

Kerstin Löwenstein sieht Handlungsbedarf: „Mit diesem gesellschaftlichen Fehlbild muss Schluss sein, denn Handwerksberufe verdienen mehr Respekt. Sie bieten jungen Menschen eine gute Ausbildung und einen soliden, zukunftsfesten Job mit guter Bezahlung. Über weitere Qualifikationen können sie sich weiter spezialisieren und langfristig selbstständig machen. Mehr noch brauchen wir einen Pakt zwischen Politik, Handwerk und Bildungssektor, der diesen Stellenwert in der Gesellschaft weiterverankert und analog zum Hochschulpakt mehr Gelder für die Berufsausbildungsstätten garantiert. Denn die Berufsschulen im Kreis Wesel haben starken Investitionsbedarf.“