Diakonisches Werk des Kirchenkreises Wesel – Psychosoziale Beratung mit Fachkompetenz und Nächstenliebe

Seit vielen Jahren widmet sich das Diakonische Werk des Kirchenkreises Wesel der sozialen Arbeit für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Als anerkannter Träger der freien Wohlfahrtspflege ist das Diakonische Werk verlässlicher und unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Infrastruktur im Kreis. SPD-Landtagskandidatin Kerstin Löwenstein informierte sich in einem Gespräch vor Ort im Lutherhaus mit Jan Boege (Abteilungsleiter Psychosoziale Beratung), Frauke Bonn und Gabriele Tjardes über die aktuelle Situation der Beratungsstelle mit den Fachteams Beratungsstelle für Schwangerschaftskonflikte, Familienplanung und Sexualpädagogik (SKB) Ehe-, Familien und Lebensberatung (EFL) und Referat Migration und Flucht.

Neben der psychosozialen Beratung, so Jan Boege, hat das Diakonische Werk weitere, vielfältige Aufgaben wie rechtliche Betreuungen, das Ambulant Betreute Wohnen, die Schuldner- und Insolvenzberatung, die Betreuung von Schüler*innen im Offenen Ganztag oder die Familienbildung. Er kam gleich zu Beginn des Gesprächs auf den Punkt. Steigende Nachfragen und Beratungsbedarfe, Aufgabenzuwächse und chronische Unterfinanzierung stellten die Mitarbeitenden und den Träger vor große Herausforderungen, so der Abteilungsleiter. Das Diakonische Werk finanziere sich aus öffentlichen Geldern und Eigenmitteln des Kirchenkreises. Vor allem die zurückgehenden Kirchensteuerbeiträge seien dabei ein Problem. Einzelspenden kämen on Top. Sie würden dringend gebraucht, so Boege. Weiteres Problem sei der Fachkräftemangel in sozialen- und therapeutischen Berufen. Es werde zunehmend schwieriger, freie Stellen zügig nachzubesetzen. Zudem hat die seit nunmehr über zwei Jahre andauernde Corona-Pandemie die Arbeit der drei Fachdienststellen in Wesel erschwert. So ist die Zahl der Beratungsnachfragen in der Schwangerschaftskonfliktberatung und in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung stark gestiegen, berichteten Frauke Bonn und Gabriele Tjardes. Gründe sehen sie in Zukunftsängsten, Trennungen, weil Beziehungen sich durch Corona verschlechtert hätten oder psychischen und physischen Problemlagen, die durch Corona verstärkt wurden.

Generell gilt, dass sich in krisenhaften Zeiten latente Problemlagen verstärken. Leider mussten aufgrund von Corona Gruppenangebote ausgesetzt werden. Dennoch habe Corona auch Positives gebracht. Die telefonische Beratung z.B. wurde sehr gut angenommen, digitale Angebote erhalten mehr und mehr Einzug. Gabriele Tjardes ergänzt, dass das gute und kollegiale Teamwork innerhalb des Diakonischen Werkes geholfen habe, die Arbeit in der Pandemie gut für die Ratsuchenden zu bewältigen. Die Mitarbeitenden im Diakonischen Werk gehen davon aus, dass durch den Ukraine-Krieg das Referat Migration und Flucht noch stärker als bisher nachgefragt wird.

In den Beratungsgesprächen bekämen sie tiefe Einblicke in Familienstrukturen und Lebenssituationen. Kompetenz, Wertschätzung, Toleranz und Diskretion seien die Voraussetzungen, um mit den Ratsuchenden – egal aus welchem Grund sie kommen – vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Kerstin Löwenstein zeigte sich beeindruckt vom Engagement und fachlichen Können des Teams im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Wesel. Für viele Menschen, so Kerstin Löwenstein, sei die Unterstützung durch Beratung und Begleitung oft der einzige Weg, eine schwierige Lebenssituation zu bewältigen und wieder zuversichtlich in die Zukunft zu sehen. Sie nehme darüber hinaus aus dem Gespräch mit, dass eine gesicherte, auskömmliche Finanzierung der Beratungsstellen und mehr Fachkräfte dringend gebraucht würden. Dafür wolle sie sich als SPD-Landtagsabgeordnete nachdrücklich einsetzen.